Teil I – Meine Entscheidungsfindung
In unserer neuen Wohnung ist das kleinste Zimmer für die Küche angedacht. Wer hätte gedacht, dass das kleinste Zimmer nicht nur am meisten kostet, sondern auch ca. zehnmal soviel Zeit in Anspruch nimmt wie das dreimal so große und ebenfalls fast komplett neu ausgestatte Schlafzimmer.
Mit den exakten Maßen der Küche machten wir uns auf zu diversen Möbelhäusern und Küchenstudios. Davor haben wir uns schon eine ungefähre Vorstellung davon gemacht, wie die Küche aussehen könnte: Freistehender Kühlschrank, Apothekerschrank, reichlich Stauraum und Arbeitsfläche auf rund 2,5m².
Meine erste Erkenntnis nach 7 Angeboten: Ich wäre ein guter Küchenplaner/-berater, denn jede freigeplante Küche sah aus wie jene von mir bereits ausgetüftelte – gut bei 2,5m² hat man nicht wirklich viel Spielraum.
Doch trübte ein wenig die Erkenntnis, dass nicht eine Küche unter 7.500EUR inkl. E-Geräten und inkl. Einbau lag – und nicht eine unter 3.500EUR nur für die Möbel. Eine Menge Geld! Wir haben für die komplette Wohnung 8.000EUR eingeplant.
Eher aus Neugierde und um unseren Plänen für die Küche eine gewisse grafische Form zu geben lud ich die IKEA Software runter, mit derer Hilfe die Möbelausstattung von Küchen, Büros und Schlafzimmern geplant werden kann.
Nachdem wir die Küche zusammengeklickt und „Preis berechnen“ ausgewählt haben, kippte ich vom Stuhl. Die Möbel (ohne E-Geräte und ohne Montage) für 1.200 Euro?! Bis auf 95% (ohne die Farben bzw. die Fronten) ähnelte meine Küche der meiner „Kollegen“ aus den Möbelhäusern. Habe ich Teile vergessen? Eher nicht, denn sogar „Sonderausstattungen“ wie einen Mülleimer und zwei Besteckkästen wurden bei IKEA eingeplant!
Ein kurzer Preisvergleich der E-Geräte der Möbelhäuser und im Internet bestätigte meinen Verdacht – ich könnte richtig Geld sparen! Meine Freundin musste ich nicht einmal groß überzeugen. Als Studentin ist sie sehr IKEA-freundlich gesonnen.
Als erstes suchten wir uns die Elektrogeräte raus. Kühlschrank, Mikrowelle, Herd, Dunstabzugshaube und Ofen von Siemens bzw. Neff. Vier Abende gingen drauf, die für uns perfekten Geräte auszuwählen. Teilweise aber von Bewertungen sowie Testberichten her bessere als die von den Möbelhäusern angebotene und in jeden Fall aber günstigere!
Nun kamen die Möbel dran. Viele Abende in zwei verschiedenen IKEAs vergingen bis unsere Küche ausgereift war. Wir entschieden uns für teurere Fronten und paar Zubehörteile die unser Küchen-Alltag vereinfachen oder einfach nur schöner machen sollten.
Die geplanten 1.900EUR setzten sich aus folgenden Teilen grob zusammen (ich liste den Mehrwert zu den von den Möbelhäusern vorgeschlagenen Küchen auf):
- Eine hochwertige Arbeitsplatte allerdings nicht von IKEA. Wir befolgten hier zahlreiche
Ratschläge nicht an der Platte zu sparen und etwas Ordentliches zu kaufen
- Beleuchtung – 2 x mal integrierte und 1 x angeschraubte Leiste inkl. Anschlüssen
- Zwei schränke mit Glasfronten
- Zwei zusätzliche Regale
- Spülbecken
- Mischbatterie
- Wie schon erwähnt; Abfallsystem und zwei Besteckkästen
- Schrank mit Schubladen anstelle mit Regalboden
- Schrank mit Vollauszug anstelle mit Regalboden
- Wandschrank für integrierte Mikrowelle
Eine vergleichbare Küche hätte in einen anderen Haus ohne E-Geräte und ohne Einbau 5.000EUR gekostet – meine Freundin gönnte sich den Spaß und verglich.
Die Küchen -Operation teilte ich aus logistischen Gründen in mehrere Aktionen ein.
- Beschaffung der Unterschränke und des einen Hochschrankes
- Zusammenbau der Schränke und grobe Positionierung an den entsprechenden Standorten in der Küche
- Beschaffung der E-Geräte
- Positionierung der Geräte
- Beschaffung der Wandschränke
- Zusammenbau der Schränke
- Beschaffung der maßangefertigten Arbeitsplatten
- Erweiterung der vorhandenen Stromanschlüsse
- Feste Montage aller Schränke
- Anschluss der E-Geräte und der Spüle
Somit haben wir den Grundstein für eine IKEA Küche – mit Ausnahme der Arbeitsplatte und der E-Geräte – gelegt.
Bis ins kleinste Detail vorbereitet und geplant war diese Küche, die ein Bruchteil dessen kosten sollte was andere Möbelhäuser im Angebot hatten. Etliche Stunden hat die Planung gekostet. Aber was soll Abraham Lincoln einst gesagt haben? “Wenn ich 5 Stunden Zeit hätte einen Baum zu fällen, würde ich erst einmal 3 Stunden lang die Säge schärfen.”
Es folgt der zweite Teil: Die Beschaffung der Küche